000° Einstieg

360-Grad-Fotografie und virtuelle Rundgänge verstehen

Wie aus vielen Einzelbildern ein Kugelpanorama wird, welche Kamera sich wofür eignet und wie Sie ein Panorama oder einen ganzen Rundgang auf die eigene Website bringen: unabhängig erklärt, Schritt für Schritt und ohne Verkaufsabsicht.

Ausschnitt aus einem computergenerierten Kugelpanorama: Seeufer mit Bergkette im Gegenlicht
Lädt ca. 150 KB, danach mit Maus, Finger oder Pfeiltasten drehen
Demo-Panorama zum Ausprobieren: ein computergeneriertes Kugelpanorama in equirektangularer Projektion (2:1), dargestellt mit dem quelloffenen Viewer Pannellum. Unten im Bild sehen Sie die Nadir-Abdeckung, die bei echten Aufnahmen das Stativ verdeckt.
Kurz beantwortet

Was ist ein 360-Grad-Panorama?

Ein 360-Grad-Panorama bildet alles ab, was man von einem Standpunkt aus sehen kann. Ein Zylinderpanorama zeigt den Rundumblick in der Waagerechten, ein Kugelpanorama zusätzlich Himmel (Zenit) und Boden (Nadir). Technisch entsteht es aus mehreren sich überlappenden Fotos, die eine Software zu einem Bild im Seitenverhältnis 2:1 zusammenrechnet. Dieses Format heißt equirektangulare Projektion und wird von Viewern, sozialen Netzwerken und Kartendiensten gleichermaßen verstanden.

Wichtig für saubere Ergebnisse ist, dass sich die Kamera um ihren Nodalpunkt dreht. Sonst verschieben sich nahe und ferne Objekte gegeneinander, und an den Nahtstellen entstehen Fehler. 360-Grad-Kameras mit zwei Objektiven nehmen einem diese Arbeit weitgehend ab, liefern dafür aber weniger Detail als eine Systemkamera.

Der Ablauf

Vom Einzelbild zum drehbaren Panorama in vier Schritten

  1. Aufnehmen

    Mit 360-Grad-Kamera, Smartphone oder Kamera auf dem Panoramakopf wird die Umgebung in überlappenden Bildern erfasst.

    Grundlagen der 360-Grad-Fotografie
  2. Stitchen

    Eine Software erkennt gemeinsame Bildpunkte und setzt die Einzelbilder zu einem equirektangularen Panorama im Seitenverhältnis 2:1 zusammen.

    Panorama-Software im Überblick
  3. Retuschieren

    Stativ am Boden (Nadir), Nahtfehler und Belichtungssprünge werden korrigiert, bevor das Bild veröffentlicht wird.

    Parallaxenfrei aufnehmen
  4. Zeigen

    Ein Panorama-Viewer macht das Bild im Browser drehbar. Mehrere verknüpfte Panoramen ergeben einen virtuellen Rundgang.

    Virtuelle Rundgänge erstellen
Die Themenbereiche

Alles rund um Panorama und 360 Grad

Orientierung

Welche Ausrüstung passt zu welchem Ziel?

Es gibt nicht die eine richtige Technik. Entscheidend ist, wofür die Panoramen gedacht sind und wie viel Zeit Sie in Aufnahme und Bearbeitung stecken wollen.

Ausrüstung Stärken Grenzen Passt für
Smartphone mit Panorama-App Immer dabei, kein Zusatzgerät nötig Nahtfehler bei nahen Objekten, wenig Kontrolle Erste Versuche, Landschaften
360-Grad-Kamera mit zwei Objektiven Ein Auslöser, auch Video, schnelles Stitching in der App Kleine Sensoren, weniger Detail bei wenig Licht Rundgänge, Reisen, 360-Grad-Video
System- oder Spiegelreflexkamera mit Panoramakopf Höchste Auflösung, volle Kontrolle über Belichtung Aufwendig in Aufnahme und Bearbeitung Architektur, Gigapixel, hohe Ansprüche
Drohne mit Panoramafunktion Perspektive von oben, Überblick über Gelände Regeln für den Flugbetrieb, Himmel oft nachzubearbeiten Landschaft, Orte, Grundstücke
Zum Entdecken

Die Welt in 360 Grad, ganz ohne eigene Kamera

Museen, Städte und Naturräume stellen viele ihrer Orte als virtuelle Tour ins Netz. Mit Maus, Finger oder VR-Brille lassen sich so Ausstellungen, Plätze und Landschaften erkunden, die man vielleicht nie selbst besucht. Für Schule und Unterricht sind solche Touren eine anschauliche Ergänzung, für die eigene Reiseplanung ein guter erster Eindruck.

Virtuelle Touren entdecken
Korallenriff mit gelben Fischen unter Wasser Zwei Kinder schauen gemeinsam auf ein Tablet
Zur Einordnung

Warum dieser Ratgeber unter 360visits.de erscheint

Die Adresse 360visits.de war schon Anfang der 2000er-Jahre mit Panoramafotografie verbunden: Damals wurden hier interaktive QuickTime-VR-Panoramen gezeigt. Später wechselten Betreiber und Inhalte mehrfach, zuletzt stand hier eine Baukastenseite mit einem Agenturangebot für virtuelle Touren. Dieses Angebot gibt es nicht.

Heute ist 360visits ein unabhängiger Ratgeber. Wir erklären Technik, Abläufe und Werkzeuge, erstellen aber keine Touren im Auftrag und verkaufen nichts. Wie Panoramen vor der Smartphone-Zeit entstanden, lesen Sie in der Geschichte der VR-Fotografie.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was ist ein 360-Grad-Foto?
Ein 360-Grad-Foto zeigt die komplette Umgebung eines Standpunkts: einmal rundherum und, bei einem Kugelpanorama, auch Himmel und Boden. Gespeichert wird es meist als flaches Bild im Seitenverhältnis 2:1 (equirektangulare Projektion). Erst ein Panorama-Viewer im Browser, in einer App oder in einer VR-Brille macht daraus eine Ansicht, die man frei drehen kann.
Brauche ich eine spezielle Kamera für 360-Grad-Fotos?
Nicht zwingend. Viele Smartphones haben einen Panoramamodus, und mit einer passenden App lassen sich auch Kugelpanoramen zusammensetzen. Am bequemsten sind 360-Grad-Kameras mit zwei Fisheye-Objektiven, die das ganze Bild auf einen Auslöser erfassen. Die höchste Bildqualität erreicht man mit einer Systemkamera, einem Weitwinkel- oder Fisheye-Objektiv und einem Panoramakopf.
Was ist der Unterschied zwischen einem Panorama und einem virtuellen Rundgang?
Ein Panorama zeigt einen einzelnen Standpunkt. Ein virtueller Rundgang verbindet mehrere Panoramen über anklickbare Übergänge, sodass man sich von Raum zu Raum oder von Ort zu Ort bewegen kann. Oft kommen Infopunkte, Grundrisse oder Karten hinzu.
Erstellt 360visits virtuelle Rundgänge im Auftrag?
Nein. 360visits ist ein unabhängiger Ratgeber. Wir erstellen keine Touren, verkaufen keine Technik und bieten keine Dienstleistungen an. Wir erklären, wie 360-Grad-Fotografie funktioniert, damit Sie selbst loslegen oder Angebote anderer besser einschätzen können.