Virtuelle Rundgänge erstellen

Hotspots und Infopunkte in virtuellen Touren einbauen

Wo Übergänge hingehören, wie die Blickrichtung nach dem Wechsel stimmt und wie Infopunkte informieren, ohne das Panorama zuzustellen.

Inhalt dieser Seite
  1. Zwei Arten von Hotspots
  2. Schritt 1: Den Weg durch die Tour planen
  3. Schritt 2: Übergänge platzieren
  4. Schritt 3: Infopunkte gestalten
  5. So sieht ein Hotspot in der Konfiguration aus
  6. Orientierungshilfen über die Hotspots hinaus
  7. Barrierefreiheit: Touren für alle bedienbar machen
  8. Typische Fehler

Hotspots verbinden Panoramen zu einem Rundgang, Infopunkte ergänzen sie um Texte, Bilder oder Links. Damit sich eine Tour natürlich anfühlt, gehören Übergänge an die Stellen, an denen man tatsächlich weitergehen würde, und für jeden Wechsel wird festgelegt, wohin man im nächsten Panorama schaut. Diese Anleitung zeigt, wie Sie Hotspots planen, technisch anlegen und so gestalten, dass Besucher sich auf Anhieb zurechtfinden.

Die Grundlagen zu Standpunkten, Aufnahme und Software stehen im Bereich Virtuelle Rundgänge erstellen. Welcher Viewer zu Ihrem Projekt passt, vergleicht der Beitrag Panorama-Viewer für die eigene Website.

Zwei Arten von Hotspots

Typ Funktion Typisches Symbol Beispiel
Übergang (Szenenwechsel) führt zum nächsten Panorama Pfeil, Kreis am Boden, Türsymbol Flur zur Küche
Infopunkt öffnet Text, Bild, Video oder Link „i“, Plus, Fragezeichen Hinweis auf Baujahr der Treppe, Öffnungszeiten

Manche Tour-Programme kennen weitere Typen, etwa Bereiche, die beim Überfahren hervorgehoben werden, oder Hotspots, die Ton abspielen. Für die meisten Rundgänge reichen die beiden Grundtypen.

Schritt 1: Den Weg durch die Tour planen

Bevor Sie einen einzigen Hotspot setzen, zeichnen Sie die Standpunkte auf einen Grundriss oder eine Skizze und verbinden sie mit Linien. Jede Linie wird später ein Übergang in beide Richtungen.

  • Startpanorama festlegen: der Eingang, der Empfang oder der Raum, der den besten ersten Eindruck vermittelt.
  • Hauptweg definieren: eine Reihenfolge, in der man die Tour logisch durchlaufen kann.
  • Rückwege einplanen: Jeder Übergang braucht einen Gegenübergang, sonst steckt man in einem Raum fest.
  • Sackgassen vermeiden: Kleine Räume wie Abstellkammern bekommen zumindest einen deutlichen Rückweg.

Bei Immobilien ergibt sich der Weg fast von selbst aus der Raumfolge. Mehr zu Standpunkten pro Raum lesen Sie im Beitrag Virtuelle Rundgänge für Immobilien.

Schritt 2: Übergänge platzieren

Die wichtigste Regel: Ein Übergang liegt dort, wo das Ziel im Bild zu sehen ist. Wer vom Flur in die Küche wechseln soll, findet den Hotspot im Türrahmen der Küche, leicht unterhalb der Augenhöhe oder auf dem Boden davor.

  1. Position im Bild bestimmen Öffnen Sie das Panorama im Viewer oder Tour-Programm und klicken Sie auf die Stelle, an der der Übergang liegen soll. Viele Viewer zeigen dabei die Winkel an: Yaw für die horizontale, Pitch für die vertikale Richtung.
  2. Ziel zuordnen Verknüpfen Sie den Hotspot mit dem Zielpanorama und vergeben Sie einen klaren Titel, etwa „Zur Küche“.
  3. Zielblickrichtung festlegen Tragen Sie ein, in welche Richtung man im Zielpanorama schauen soll. Normalerweise ist das die Laufrichtung, also weg von dem Raum, aus dem man kommt.
  4. Gegenübergang anlegen Im Zielpanorama setzen Sie einen Hotspot zurück, mit passender Blickrichtung in den Ausgangsraum.
  5. Durchklicken Gehen Sie die Tour einmal vollständig durch. Stimmt die Orientierung nach jedem Wechsel? Springt der Blick unerwartet?

Die Sache mit der Nordrichtung

Jedes Panorama beginnt an einer anderen Stelle, nämlich dort, wo die Kamera beim Stitching ihren Nullpunkt hatte. Ohne Angabe einer Zielblickrichtung landet man im neuen Panorama an diesem Nullpunkt, der mit der Laufrichtung meist nichts zu tun hat. Das ist der häufigste Grund, warum sich Touren desorientierend anfühlen. Richten Sie die Panoramen nach Möglichkeit schon beim Export einheitlich aus, etwa nach der echten Himmelsrichtung, oder hinterlegen Sie konsequent für jeden Übergang die Zielrichtung.

Übergänge sanft gestalten

Viele Viewer bieten Überblendungen zwischen Panoramen. Eine kurze Blende von etwa einer halben bis einer Sekunde wirkt ruhiger als ein harter Schnitt. Manche Tour-Programme können vor dem Wechsel in Richtung des Hotspots zoomen, was den Eindruck einer Bewegung verstärkt. Übertreiben Sie es nicht: Lange Animationen machen eine Tour zäh.

Schritt 3: Infopunkte gestalten

Infopunkte sind der Ort für Zusatzinformationen, die im Bild nicht erkennbar sind. Sie funktionieren am besten, wenn sie kurz und gezielt sind.

  • Kurz schreiben: zwei bis drei Sätze, eine Überschrift, bei Bedarf ein Bild. Längere Texte gehören auf die Seite neben dem Viewer.
  • Nah am Objekt: Der Infopunkt sitzt direkt an dem, was er erklärt, nicht irgendwo im Raum.
  • Sparsam einsetzen: Jedes Symbol verdeckt einen Teil des Bildes. Bündeln Sie Informationen zu wenigen Punkten.
  • Einheitliche Symbole: Übergänge und Infopunkte sollten sich auf den ersten Blick unterscheiden lassen.
  • Externe Inhalte bedenken: Eingebettete Videos oder Karten von Fremdanbietern laden Daten von deren Servern. Das betrifft Ladezeit und Datenschutzerklärung.

Bei Hotels und Gastronomie eignen sich Infopunkte etwa für Zimmerausstattung oder Hinweise zur Terrasse. Ideen dazu finden Sie unter Virtueller Rundgang für Hotels und Gastronomie.

So sieht ein Hotspot in der Konfiguration aus

In quelloffenen Viewern wie Pannellum werden Hotspots meist in einer Konfigurationsdatei beschrieben, Tour-Programme erzeugen diese Angaben im Hintergrund. Die Bausteine sind fast überall gleich:

Angabe Bedeutung Beispielwert
Typ Übergang oder Infopunkt Szenenwechsel
Yaw und Pitch Position des Hotspots im Panorama 120 und minus 15 Grad
Titel oder Text Beschriftung beim Überfahren, Text im Infofenster „Zur Küche“
Zielszene Kennung des Panoramas, zu dem der Übergang führt kueche
Zielblickrichtung Yaw und Pitch, mit denen das Ziel startet 80 und 0 Grad

Wer die Werte in einer Tabelle sammelt, bevor er sie einträgt, behält bei größeren Touren den Überblick und findet Fehler schneller.

Orientierungshilfen über die Hotspots hinaus

Hilfe Nutzen Hinweis
Grundriss oder Karte zeigt alle Standpunkte, erlaubt direkte Sprünge aktuellen Standpunkt und Blickrichtung markieren
Szenenliste mit Vorschaubildern schneller Überblick über alle Räume bei vielen Szenen nach Etagen gruppieren
Titel je Panorama Besucher wissen, wo sie gerade sind kurze, eindeutige Namen
Kurzer Bedienhinweis hilft Erstnutzern nach der ersten Interaktion ausblenden

Barrierefreiheit: Touren für alle bedienbar machen

Ein Rundgang ist visuell, aber die Bedienung muss nicht nur mit der Maus funktionieren. Prüfen Sie Ihre Tour mit dieser Liste:

  • Lassen sich Hotspots und Schaltflächen per Tastatur ansteuern, und ist der Fokus sichtbar?
  • Haben Hotspots einen lesbaren Titel, den Screenreader vorlesen können, statt nur ein Symbol?
  • Sind die Symbole groß genug zum Antippen auf dem Smartphone und kontrastreich gegen helle wie dunkle Bildbereiche?
  • Gibt es eine Szenenliste oder einen Grundriss als Alternative zum Suchen im Bild?
  • Stehen wichtige Informationen aus Infopunkten auch im normalen Seitentext?
  • Lässt sich eine automatische Drehung anhalten?

Wie weit ein Viewer Tastaturbedienung und Beschriftungen von Haus aus unterstützt, ist unterschiedlich. Testen Sie das, bevor Sie sich für eine Lösung entscheiden.

Typische Fehler

  • Hotspot schwebt im Raum: Übergänge mitten in der Luft oder an der Decke wirken willkürlich. Setzen Sie sie auf Türen, Durchgänge oder den Boden.
  • Fehlende Rückwege: Wer nur über die Browser-Navigation zurückkommt, verlässt oft die ganze Tour.
  • Verdrehte Orientierung: Ohne Zielblickrichtung schaut man nach dem Wechsel gegen die Wand.
  • Symbolsalat: Zu viele Infopunkte und unterschiedliche Symbole überfordern.
  • Hotspots auf Personen: Ein Infopunkt auf einer erkennbaren Person lenkt die Aufmerksamkeit genau dorthin. Personen besser vorher aus dem Bild halten oder unkenntlich machen.
  • Kein Test auf dem Smartphone: Was am Monitor gut aussieht, ist mit dem Finger oft zu klein.

Tipp: Lassen Sie eine Person, die den Ort nicht kennt, die fertige Tour ohne Erklärung durchklicken. Wo sie zögert oder sich verläuft, fehlt ein Hotspot oder stimmt eine Blickrichtung nicht.

Sind Übergänge und Infopunkte gesetzt und getestet, ist der Rundgang bereit für die Veröffentlichung auf der eigenen Website oder einer Plattform.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wie viele Hotspots sollte ein Panorama haben?
So viele, wie es sinnvolle Wege gibt, plus wenige Infopunkte. In einem Wohnraum sind zwei bis vier Übergänge typisch. Mehr als eine Handvoll Infopunkte pro Panorama wirkt schnell unruhig. Lieber wichtige Informationen bündeln und den Rest im Seitentext anbieten.
Was bedeutet Yaw und Pitch bei Hotspots?
Mit Yaw wird der horizontale Winkel angegeben, also wohin man sich dreht, mit Pitch der vertikale Winkel nach oben oder unten. Ein Hotspot mit Yaw 90 und Pitch minus 10 liegt zum Beispiel rechts von der Startrichtung und etwas unterhalb des Horizonts. Viele Viewer zeigen diese Werte beim Klicken in einem Debug-Modus an.
Warum schaut man nach dem Wechsel in die falsche Richtung?
Weil jedes Panorama seine eigene Nordrichtung hat, also den Punkt, an dem das Bild beginnt. Ohne Zielblickrichtung startet der Viewer im neuen Panorama an dieser Stelle. Hinterlegen Sie deshalb für jeden Übergang, in welche Richtung man im Ziel schauen soll.
Kann ich Videos in Infopunkte einbauen?
Viele Viewer und Tour-Programme erlauben das, entweder direkt oder über ein Fenster mit eingebettetem Inhalt. Beachten Sie die Ladezeit und, bei Videos von externen Plattformen, den Datenschutz: Ein eingebettetes Fremdvideo überträgt Daten an den Anbieter, sobald es geladen wird.