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Ein virtueller Rundgang zeigt Gästen schon vor der Buchung oder Reservierung, wie Zimmer, Gastraum und Terrasse wirklich aussehen. Für Hotels, Pensionen, Restaurants und Cafés lohnt er sich vor allem dort, wo Atmosphäre und Raumaufteilung eine Rolle spielen: bei Zimmerkategorien, Veranstaltungsräumen, Außenbereichen und besonderen Orten im Haus. Entscheidend für das Ergebnis sind eine klare Auswahl der Standpunkte, Aufnahmen ohne Gäste und geklärte Rechte für alles, was im Bild zu sehen ist.
Wie ein Rundgang technisch entsteht, beschreibt der Überblick Virtuelle Rundgänge erstellen. Hier geht es um die Besonderheiten in Hotellerie und Gastronomie.
Welche Bereiche sich eignen
| Betrieb | Sinnvolle Standpunkte | Eher weglassen |
|---|---|---|
| Hotel, Pension | je Zimmerkategorie ein Zimmer mit Bad, Eingang, Rezeption, Frühstücksraum, Bar, Garten oder Terrasse | Personalbereiche, Lager |
| Restaurant | Eingang, Gastraum, besondere Tische, Terrasse, Gesellschaftsraum | Küche, Toiletten in der Regel |
| Café, Bar | Theke, Sitzbereiche, Außenplätze | Hinterräume |
| Veranstaltungsort | Saal in verschiedenen Bestuhlungen, Foyer, Technikbereich für Planer | Büros |
| Ferienwohnung | jeder Raum, Balkon, Blick aus dem Fenster | Abstellräume |
Ein guter Rundgang beantwortet die Fragen, die Gäste vor der Entscheidung haben: Wie groß ist das Zimmer wirklich? Wie sieht das Bad aus? Ist die Terrasse ruhig gelegen? Gibt es einen Raum für eine Familienfeier? Was keine dieser Fragen beantwortet, gehört meist nicht hinein.
Planung und Vorbereitung
Standpunkte festlegen
Legen Sie vorab eine Liste der Standpunkte fest und ordnen Sie sie in eine sinnvolle Reihenfolge, etwa vom Eingang über die Rezeption zu den Zimmern und weiter zu Restaurant und Außenbereich. In großen Gasträumen sind zwei oder drei Standpunkte sinnvoll, in Hotelzimmern meist einer im Raum und einer im Bad.
Räume herrichten
- Zimmer wie für Gäste vorbereiten Betten frisch gemacht, Handtücher gefaltet, keine Reinigungsgeräte im Bild.
- Tische eindecken Im Restaurant gleichmäßig eingedeckte Tische, Stühle ausgerichtet, Speisekarten einheitlich.
- Persönliches und Betriebliches entfernen Dienstpläne, Kassenzettel, Bestelllisten, Schlüssel und Notizen gehören nicht ins Bild.
- Licht abstimmen Alle Leuchten einschalten, Lampen mit einheitlicher Lichtfarbe verwenden, Vorhänge gleich öffnen.
- Bildschirme prüfen Fernseher, Kassensysteme und Monitore ausschalten oder ein neutrales Bild zeigen.
Den richtigen Zeitpunkt wählen
Aufnahmen gelingen am besten, wenn keine Gäste da sind: vor der Öffnung, nach Betriebsschluss oder in einem frei gewordenen Zimmer. Außenbereiche wirken bei gutem Wetter und weichem Licht am freundlichsten. Für Bars oder Restaurants, deren Reiz in der Abendstimmung liegt, kann eine zweite Aufnahme bei Dunkelheit mit eingeschalteter Beleuchtung sinnvoll sein.
Aufnahme: worauf es ankommt
Die Technik unterscheidet sich kaum von anderen Rundgängen. Eine kompakte 360-Grad-Kamera auf schlankem Stativ reicht für viele Betriebe. Besonders zu beachten sind:
- Hoher Kontrast: Gasträume mit großen Fenstern oder Terrassen in praller Sonne profitieren von HDR-Aufnahmen oder Belichtungsreihen.
- Kamerahöhe: etwa Augenhöhe im Stehen. In Restaurants kann eine etwas niedrigere Position die Tische besser zur Geltung bringen, sollte dann aber im ganzen Rundgang gleich bleiben.
- Spiegel und Glas: Barrückwände, Spiegel und Vitrinen zeigen Kamera und Stativ. Standpunkt so wählen, dass Spiegelungen klein bleiben, oder nachträglich retuschieren.
- Nadir: Stativ und Schatten am Boden retuschieren oder dezent abdecken.
Verknüpfen und gestalten
Übergangspunkte führen von Raum zu Raum und sollten dort sitzen, wo Gäste tatsächlich gehen würden. Ergänzend können Infopunkte Zimmergrößen, Ausstattung, Platzzahlen oder Hinweise zur Barrierefreiheit zeigen. Wie solche Punkte gesetzt werden, beschreibt der Beitrag Hotspots und Infopunkte in virtuellen Touren.
Hilfreich ist es, die Angaben im Rundgang aus einer gemeinsamen Quelle mit Website und Buchungsseiten zu pflegen, damit Platzzahlen, Zimmerbezeichnungen und Ausstattung überall übereinstimmen.
Einbindung auf Website und Kartendiensten
Eigene Website
Auf der Website wird der Rundgang meist auf der Startseite verlinkt und auf den Seiten der einzelnen Zimmer oder Räume eingebettet. Dafür gibt es zwei Wege: einen Viewer auf dem eigenen Webspace oder die Einbettung einer Tour-Plattform per iFrame. Wichtig ist, dass der Rundgang erst auf Klick lädt, damit die Seite schnell bleibt, und dass er auf dem Smartphone gut bedienbar ist.
Kartendienste und Unternehmensprofile
Viele Gäste suchen Hotels und Restaurants über Kartendienste. Dort lassen sich einzelne 360-Grad-Fotos bei einem Eintrag zeigen, bei manchen Diensten auch verbundene Innenansichten. Wie das bei Google funktioniert und welche Anforderungen dafür gelten, beschreibt der Beitrag Eigene Panoramen bei Google Street View veröffentlichen.
Beachten Sie dabei: Bilder in Kartendiensten unterliegen deren Richtlinien und sind öffentlich mit dem Ort verknüpft. Nicht jeder Dienst bindet externe Rundgänge ein. Ob und wie ein Buchungsportal Rundgänge zeigt, legt das Portal selbst fest.
| Ziel | Geeigneter Weg |
|---|---|
| Gäste vor der Buchung informieren | Einbettung auf der Zimmerseite der Website |
| Laufkundschaft und Suche nach Restaurants | 360-Grad-Fotos im Eintrag eines Kartendienstes |
| Planer von Feiern und Tagungen | eigener Link zum Rundgang durch Säle und Räume |
| Social Media | einzelne 360-Grad-Fotos oder kurze Videos aus dem Rundgang |
Barrierefreiheit sichtbar machen
Für viele Gäste ist ein Rundgang mehr als ein schöner Eindruck: Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen können vorab prüfen, ob Eingang, Wege und Räume für sie passen. Diese Informationen lassen sich gezielt einbauen:
- Eingang und Wege zeigen: Stufen, Rampen, Aufzug und Türbreiten sind im Rundgang gut erkennbar, wenn Standpunkte genau dort liegen.
- Bad und Zimmer mit Ausstattung: Bei barrierearmen Zimmern lohnt ein eigener Standpunkt im Bad, damit Haltegriffe, Dusche und Bewegungsflächen sichtbar sind.
- Infopunkte mit Maßen: Türbreiten oder Höhen als Text ergänzen, statt sie nur zeigen zu wollen.
- Textalternative anbieten: Nicht jeder kann einen Rundgang bedienen. Eine kurze Beschreibung der Räume auf derselben Seite hilft auch Menschen, die einen Screenreader nutzen.
Wichtig ist auch hier Ehrlichkeit: Ein Bereich, der als barrierefrei bezeichnet wird, sollte die üblichen Anforderungen erfüllen. Im Zweifel ist eine genaue Beschreibung besser als ein pauschales Etikett.
Einwilligungen und Rechte
Ein Rundgang in einem Gastbetrieb berührt mehrere Rechte. Dieser Abschnitt gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.
- Gäste: Erkennbare Gäste gehören nicht ungefragt ins Bild. Am einfachsten ist es, ohne Gäste aufzunehmen und Personen, die doch im Bild sind, unkenntlich zu machen.
- Personal: Auch Mitarbeiter müssen der Veröffentlichung zustimmen, am besten schriftlich und mit Angabe von Zweck, Ort und Dauer. Einwilligungen können widerrufen werden, was bei einem lange genutzten Rundgang eine Neuaufnahme bedeuten kann.
- Kunstwerke und Design: Gemälde, Fotografien, Skulpturen oder auffällige Designobjekte in Innenräumen können urheberrechtlich geschützt sein. Die Panoramafreiheit gilt grundsätzlich für Werke an öffentlichen Wegen und Plätzen, nicht für Innenräume. Bei markanten Werken die Rechte klären oder das Werk nicht in den Mittelpunkt stellen.
- Gemietete Räume und Nachbarn: Wer Räume nur gemietet hat oder Außenbereiche mit Nachbarn teilt, sollte klären, was gezeigt werden darf.
Mehr zu Einwilligung, Beiwerk und Verpixeln erklärt der Beitrag Recht am Bild bei 360-Grad-Fotos.
Häufige Fehler
- Zu viele Standpunkte: Gäste verlieren den Überblick, wenn sie sich durch zahlreiche ähnliche Ansichten klicken müssen.
- Nur das schönste Zimmer zeigen: Wer günstige Kategorien weglässt oder als besser darstellt, weckt falsche Erwartungen.
- Veraltete Aufnahmen: Nach einer Renovierung muss der Rundgang mitziehen.
- Langsame Einbindung: Ein Rundgang, der beim Seitenaufruf sofort lädt, bremst die Website.
- Ungeklärte Rechte: Erkennbare Gäste, Personal ohne Einwilligung oder geschützte Kunstwerke im Mittelpunkt.
Merke: Für Hotels und Gastronomie wirkt ein Rundgang am stärksten, wenn er ehrlich zeigt, was Gäste erwartet: jede Zimmerkategorie, aufgenommen ohne Gäste, mit stimmigem Licht und geklärten Rechten.
Fragen und Antworten
- Welche Bereiche eines Hotels sollten in den Rundgang?
- Alles, was Gäste bei der Buchung interessiert: jede Zimmerkategorie mit Bad, Eingang und Rezeption, Frühstücksraum oder Restaurant, Bar, Außenbereiche und besondere Angebote wie Wellness, Fitnessraum oder Tagungsräume. Bereiche, die Gäste nicht betreten, etwa Küche oder Lager, gehören nicht hinein.
- Wann ist die beste Zeit für die Aufnahme?
- Wenn keine Gäste da sind und die Räume vorbereitet sind, also vor Öffnung oder nach Schluss, bei Hotels in einem frisch hergerichteten Zimmer. Für Außenbereiche und Räume mit großen Fenstern ist Tageslicht günstig. Für Bars oder Restaurants mit besonderer Abendstimmung kann zusätzlich eine Aufnahme mit eingeschalteter Beleuchtung sinnvoll sein.
- Darf ich Mitarbeiter im Rundgang zeigen?
- Nur, wenn sie eingewilligt haben, am besten schriftlich und mit klarer Angabe, wo und wie lange das Bild veröffentlicht wird. Einwilligungen können widerrufen werden. Bei Panoramen, die lange online bleiben sollen, ist es deshalb oft einfacher, ganz ohne erkennbare Personen zu arbeiten.
- Wie oft sollte der Rundgang erneuert werden?
- Immer dann, wenn sich Räume sichtbar verändern, etwa nach einer Renovierung, neuer Möblierung oder einem anderen Konzept. Ein veralteter Rundgang weckt falsche Erwartungen. Planen Sie die Aktualisierung deshalb gleich mit ein, wenn Umbauten anstehen.
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