Virtuelle Touren entdecken

Nationalparks virtuell erkunden

Canyons, Wälder, Wattenmeer und Korallenriffe in 360 Grad: wo es virtuelle Touren durch Schutzgebiete gibt, wie Sie sie finden und warum sie die Natur schonen können.

Inhalt dieser Seite
  1. Was es an virtueller Natur gibt
  2. Unter Wasser in 360 Grad
  3. So finden Sie virtuelle Touren durch Schutzgebiete
  4. Mit welchem Gerät Natur am besten wirkt
  5. Natur schonen durch virtuelle Besuche
  6. Selbst Naturpanoramen aufnehmen
  7. Natur in 360 Grad im Unterricht
  8. Was virtuelle Natur nicht kann
  9. Kurzfazit

Nationalparks lassen sich virtuell über drei Quellen erkunden: über Straßenansichten von Wanderwegen in Kartendiensten, über Online-Ausstellungen und Rundgänge auf Kulturplattformen und über Panoramen, Webcams und Filme der Parkverwaltungen selbst. Hinzu kommen Unterwasser-Rundgänge durch Riffe und Meeresschutzgebiete. Dieser Beitrag zeigt, wo Sie solche Touren finden und wie Sie das Beste daraus machen. Den allgemeinen Überblick gibt der Bereich Virtuelle Touren entdecken.

Was es an virtueller Natur gibt

Quelle Was Sie sehen Typisches Beispiel
Kartendienst mit Wegaufnahmen Panoramen entlang von Wanderwegen, aufgenommen mit Rucksackkameras Wege am Rand und im Inneren großer Canyons
Online-Ausstellungen geführte Touren mit Panoramen, Texten und Erzählstimme Nationalpark-Reihe auf Google Arts & Culture
Websites der Schutzgebiete Panoramen von Aussichtspunkten, Webcams, Filme, Lehrpfade Aussichtstürme, Besucherzentren, Moorpfade
Unterwasser-Rundgänge 360-Grad-Aufnahmen von Riffen und Meeresschutzgebieten Korallenriffe, Kelpwälder
Wissenschaftliche Projekte wiederholte Aufnahmen desselben Ortes zur Dokumentation Gletscherrückgang, Korallenbleiche

Wanderwege in der Straßenansicht

Kartendienste haben ihre Straßenansichten früh über Straßen hinaus erweitert. Mit Kamerasystemen, die auf einem Rucksack getragen werden, entstanden Panoramen entlang von Wanderwegen, an Aussichtspunkten und in Schluchten. Ein bekanntes Beispiel ist der Grand Canyon in den USA, dessen Wege auf diese Weise aufgenommen wurden. Auch Gipfel, Küsten und Inseln sind auf diesem Weg zugänglich geworden.

Sie finden diese Aufnahmen, indem Sie im Kartendienst in das Schutzgebiet zoomen und die Straßenansicht aktivieren. Blau markierte Linien abseits der Straßen zeigen in vielen Diensten Wege mit Panoramen, einzelne Punkte stehen für hochgeladene 360-Grad-Fotos.

Online-Ausstellungen zu Nationalparks

Zum hundertjährigen Bestehen des National Park Service der USA veröffentlichte Google Arts & Culture eine Reihe mit geführten 360-Grad-Touren durch mehrere Nationalparks, begleitet von Parkrangern als Erzählern. Solche Ausstellungen verbinden Panoramen mit Erklärungen zu Geologie, Tieren und Geschichte und eignen sich deshalb gut für den Einstieg und für den Unterricht.

Angebote der Parkverwaltungen

Viele Schutzgebiete zeigen auf ihren eigenen Websites Panoramen von Aussichtspunkten, Webcams, Kurzfilme oder digitale Lehrpfade. Für deutsche Nationalparks und das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer ist das der verlässlichste Startpunkt, weil die Informationen dort mit den aktuellen Regeln und Wegen abgestimmt sind. Suchen Sie auf der Seite des Parks nach Begriffen wie Panorama, 360 Grad, Webcam, digital oder Mediathek.

Webcams sind dabei mehr als eine Spielerei. Sie zeigen Schneelage, Nebel und Wasserstände und helfen bei der Entscheidung, ob sich ein Besuch an einem bestimmten Tag lohnt.

Unter Wasser in 360 Grad

Meere sind für die meisten Menschen der am schwersten zugängliche Lebensraum. Unterwasser-Panoramen öffnen ihn ohne Tauchschein. Bekannt geworden ist ein Projekt, bei dem Wissenschaftler mit speziellen Unterwasserkameras Teile des Great Barrier Reef vor Australien in 360 Grad dokumentierten. Die Aufnahmen wurden in den Kartendienst übernommen und lassen sich wie eine Straßenansicht durchstreifen.

Auch Meeresschutzbehörden veröffentlichen virtuelle Tauchgänge. So bietet die US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA für ihre Meeresschutzgebiete 360-Grad-Aufnahmen an, die man im Browser oder mit einer VR-Brille ansehen kann. Solche Angebote zeigen nicht nur schöne Bilder. Wiederholte Aufnahmen desselben Riffs machen Veränderungen sichtbar, etwa nach einer Korallenbleiche.

Korallenriff mit gelben Fischen unter Wasser

So finden Sie virtuelle Touren durch Schutzgebiete

  1. Website des Schutzgebiets öffnen: Dort stehen Panoramen, Webcams und Filme, die zu den aktuellen Wegen und Regeln passen.
  2. Im Kartendienst suchen: In das Gebiet zoomen, die Straßenansicht aktivieren und nach Wegen und Fotopunkten abseits der Straßen schauen.
  3. Google Arts & Culture durchsuchen: Suchbegriffe wie Nationalpark, Naturerbe oder der Name des Gebiets führen zu Ausstellungen und Panoramen.
  4. Behörden und Forschungseinrichtungen prüfen: Meeresschutzbehörden, Naturschutzverbände und Universitäten veröffentlichen oft Rundgänge und Dokumentationsaufnahmen.
  5. Videoplattformen nutzen: Viele 360-Grad-Videos von Landschaften lassen sich in Video-Apps mit 360-Funktion oder in einer VR-Brille ansehen.

Tipp: Achten Sie bei Naturpanoramen auf Datum und Jahreszeit. Ein Wald im Winter, ein Moor im Frühsommer und das Watt bei Ebbe zeigen ganz unterschiedliche Bilder desselben Ortes.

Mit welchem Gerät Natur am besten wirkt

Landschaften leben von Weite und Details. Das Gerät entscheidet mit, wie viel davon ankommt.

Gerät Stärke bei Naturtouren Worauf achten
Computer mit großem Bildschirm Details in Felsen, Pflanzen und Horizont gut erkennbar Vollbild nutzen, hineinzoomen
Tablet gemeinsames Schauen, gut für Familien und Klassen Helligkeit hochstellen, Bewegungssensor einschalten
Smartphone schnell unterwegs, etwa zur Wegeplanung vor Ort kleine Darstellung, Datenvolumen
VR-Brille stärkstes Gefühl, mitten in der Landschaft zu stehen kurze Sitzungen, bewegte Videos im Sitzen ansehen

Besonders Unterwasser-Panoramen und Aufnahmen von Aussichtspunkten wirken in der VR-Brille eindrucksvoll, weil der Blick in alle Richtungen frei ist. Wer eine Brille anschaffen möchte, findet die Kriterien im Beitrag VR-Brille für 360-Grad-Fotos und -Videos.

Natur schonen durch virtuelle Besuche

Viele Schutzgebiete stehen vor demselben Dilemma: Sie sollen Menschen für die Natur begeistern, dürfen aber nicht überlaufen werden. Virtuelle Touren können hier helfen.

  • Empfindliche Orte zeigen, ohne sie zu betreten: Höhlen, Brutgebiete, Moore oder Riffe lassen sich ansehen, ohne Tiere zu stören oder Böden zu verdichten.
  • Besucher vorbereiten: Wer vorher weiß, wo Wege verlaufen und welche Bereiche gesperrt sind, bleibt eher auf den markierten Pfaden.
  • Veränderungen dokumentieren: Wiederholte Panoramen vom selben Standpunkt machen sichtbar, wie sich Wälder, Gletscher oder Küsten verändern.
  • Barrieren abbauen: Menschen, die nicht weit gehen können, erreichen Aussichtspunkte, die zu Fuß nur über steile Pfade erreichbar sind.

Selbst Naturpanoramen aufnehmen

Wer Schutzgebiete selbst in 360 Grad festhalten möchte, braucht neben der Technik vor allem Rücksicht. Bleiben Sie auf den Wegen, halten Sie Abstand zu Tieren und informieren Sie sich vorher über die Regeln des Gebiets. In vielen Schutzgebieten sind Stative abseits der Wege, das Betreten bestimmter Zonen und gewerbliche Aufnahmen ohne Genehmigung nicht erlaubt.

Für Drohnen gilt besondere Vorsicht. In Deutschland ist der Flug über Nationalparks und Naturschutzgebieten grundsätzlich untersagt, Ausnahmen erteilt nur die zuständige Behörde. Was Drohnen-Panoramen technisch und rechtlich ausmacht, erklärt der Bereich Drohnen-Panoramen. Dieser Hinweis ist keine Rechtsberatung.

Natur in 360 Grad im Unterricht

Virtuelle Naturtouren passen gut in Biologie, Erdkunde und Sachunterricht. Eine Klasse kann zwei Lebensräume vergleichen, Spuren der Gezeiten im Wattenmeer suchen oder an einem Riff die Artenvielfalt beschreiben. Damit der Einsatz mehr bringt als einen kurzen Staunmoment, helfen konkrete Beobachtungsaufträge und eine Nachbesprechung. Weitere Ideen sammelt der Beitrag Virtuelle Klassenzimmer-Ausflüge.

Was virtuelle Natur nicht kann

Kein Panorama ersetzt den Geruch eines Waldes nach dem Regen, das Rauschen der Brandung oder die Kälte eines Gebirgsbachs. Auch die Weite einer Landschaft wirkt am Bildschirm kleiner. Virtuelle Touren sind am stärksten als Vorbereitung, als Erinnerung und als Zugang zu Orten, die man aus Rücksicht auf die Natur oder aus eigenen Gründen nicht besuchen kann.

Wer nach der Natur auch Städte virtuell erkunden möchte, findet Hinweise im Beitrag Städte in 360 Grad entdecken.

Kurzfazit

Starten Sie auf der Website des Schutzgebiets, nutzen Sie die Wegaufnahmen im Kartendienst und schauen Sie bei Google Arts & Culture und bei Meeresschutzbehörden nach geführten Touren. Achten Sie auf Aufnahmedatum und Jahreszeit, und wenn Sie selbst fotografieren, auf die Regeln des Gebiets.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welche Nationalparks kann man virtuell besuchen?
Besonders gut dokumentiert sind große Nationalparks in den USA, etwa der Grand Canyon, von dem es Straßenansicht-Aufnahmen entlang der Wanderwege gibt. Auch Korallenriffe wie das Great Barrier Reef sind als Unterwasser-Panoramen zu sehen. Für deutsche Nationalparks lohnt der Blick auf die Websites der Parkverwaltungen und in Kartendienste, wo es Panoramen von Aussichtspunkten und Wegen gibt.
Darf ich im Nationalpark selbst Drohnen-Panoramen aufnehmen?
In Deutschland ist der Drohnenflug über Nationalparks und Naturschutzgebieten grundsätzlich nicht erlaubt, Ausnahmen gibt es nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde. Klären Sie das vor dem Flug mit der Parkverwaltung und prüfen Sie die geltenden Regeln für Drohnen.
Können virtuelle Touren die Natur schützen?
Sie können dazu beitragen. Empfindliche Orte wie Höhlen, Moore oder Riffe lassen sich ansehen, ohne sie zu betreten. Schutzgebiete nutzen Panoramen außerdem, um Besucher vorab über Wege und Regeln zu informieren und Veränderungen der Landschaft über die Jahre zu dokumentieren.
Eignen sich virtuelle Naturtouren für den Unterricht?
Ja, vor allem in Biologie und Erdkunde. Eine Klasse kann Lebensräume vergleichen, Spuren von Gletschern oder Gezeiten suchen und Veränderungen dokumentieren. Wichtig ist eine klare Aufgabe, damit aus dem Staunen ein Lernen wird.